Epilog

Ich bin wieder zu Hause!

Inzwischen ist sogar schon eine Woche in Erlangen vergangen und ehrlich gesagt fühlt es sich so natürlich und vertraut an, als wäre Frankreich nie gewesen. Dennoch ist es ein bisschen so, als hätte ich gerade Ferien. Die nächsten viereinhalb Monate gestalte ich nun selbst und bin alleine dafür verantwortlich, was ich daraus mache und wie viele berufliche Erfahrungen ich vielleicht sammeln kann. Ein seltsames Gefühl, noch nicht allzu genau zu wissen, was in den nächsten Monaten auf mich zukommt.

Aber nun noch abschließend zu meinem Auslandsjahr:

Das Auslandsjahr war eine wichtige Erfahrung für mich. Es war gut, aus meinem gewohnten Umfeld rauszukommen und so eine aufregende, außergewöhnliche Situation zu erleben. Es hat meinen Horizont erweitert und mich persönlich weitergebracht. Ich bin sehr froh, es gemacht zu haben.

Nichtsdestotrotz ist es sehr schwer, im Ausland Fuß zu fassen und zum Beispiel richtige Freundschaften zu schließen. Gerade in einer Gruppe ist es nicht immer leicht, seine Gedanken sofort zu äußern oder mit der Geschwindigkeit eines Gesprächs mitzukommen. Dazu kommen auch kulturelle Unterschiede, wenn es in der Mittagspause beispielsweise um Fernsehserien geht, die man als Kind geschaut hat. Als die einzige Deutsche in einer Gruppe von Franzosen ist man da schon außen vor und sitzt eine Weile stumm dabei. Meine Kommilitoninnen haben sich sehr bemüht, mich einzubeziehen (vor allem Aziyadé wusste genau, wie es sich anfühlt, anfangs ein bisschen aufgeschmissen im Ausland zu sein), wofür ich sehr dankbar war. Auch außerhalb der Uni habe ich mich bemüht, neue Leute kennenzulernen. Über Couchsurfing habe ich mich mal mit einer Französin auf einen Kaffee getroffen und wir hatten ein nettes Treffen: Ich habe alles verstanden, was sie zu mir gesagt hat und konnte ohne Weiteres auf Französisch antworten. Trotzdem fehlte mir die Flexibilität, sprachliche Nuancen zu verstehen, exakt das auszudrücken, was ich meinte (und nicht ab und an etwas umschreiben zu müssen) und mich nicht mehr auf die Sprache konzentrieren zu müssen als auf den Inhalt des Gesprächs. Die Französin hatte nach dem Treffen noch weitere Treffen vorgeschlagen, aber ich habe mich irgendwann einfach nicht mehr bei ihr gemeldet. Es wirkte für mich noch wie ein ewig weiter Weg, eine Freundschaft entstehen zu lassen und irgendwie war ich auch noch nie der Typ für lockere Bekanntschaften. Mein Französisch hat sich sehr verbessert, aber eine soziale „Erfüllung“ habe ich in der französischen Sprache nicht verspürt, weil mir tiefe Gespräche sehr gefehlt haben.

Außerdem frage ich mich, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich nicht in einer Beziehung wäre. Es gab einige Momente in denen es befremdlich war, alles ohne meinen Freund zu erleben und in den Ferien bin ich auch viel lieber nach Hause geflogen als das Land ausgiebig zu bereisen, im Gegensatz zu manchen anderen. Oft hatte ich die Fernbeziehung ziemlich satt und musste mich bewusst darauf konzentrieren, auch bestimmte Momente in Frankreich zu genießen anstatt gedanklich schon zu Hause zu sein. Insgesamt mochte ich meinen Alltag ganz gerne und habe mich wohlgefühlt, aber irgendwie ist ein Erlebnis nie vollkommen erfüllend, wenn man es nur über Skype und Whatsapp mit seinem Partner teilen kann. Zumindest erging es mir so.

Das Studium in Clermont-Ferrand hatte seine Vor- und Nachteile. Von Anfang an wirkte alles sehr chaotisch und wenig durchdacht. Die Inhalte mancher Kurse waren hin und wieder fragwürdig, wobei auch manches Spaß machte, gerade wenn wir in kleinen Gruppen waren. Was mir am schwersten fiel an dem französischen Uni-System, war die Anzahl an Anwesenheitsstunden: Es war zwar durchaus förderlich für meine Sprachkenntnisse aber ich arbeite nun mal viel besser, wenn ich mir meine Zeit selbst einteilen kann, so wie es in Deutschland der Fall ist. Meine Kommilitoninnen haben die neun Monate trotzdem schön und angenehm gemacht und zusammen haben wir die zwei Semester gut gemeistert. Wenngleich mich das Studium in Clermont-Ferrand nicht unbedingt überzeugen konnte, brenne ich dafür, was es hoffentlich langfristig für mich bedeuten wird: Dass es mir Türen öffnet und Möglichkeiten bietet, die mich meinen Träumen und Lebenszielen näherbringen. Und genau darum ging es auch.

Auch zu der Stadt hatte ich gemischte Gefühle. Die Supermärkte habe ich alle als sehr teuer empfunden und es gab gefühlt weniger von allem als in Deutschland: Eine fast nicht existierende Auswahl an Brotaufstrichen, kein Vollkornbrot, keinerlei Drogerieläden (vereinzelte Produkte gab es im Supermarkt, oder man musste sie gleich für teures Geld bei Sephora kaufen). Mir ist schon bewusst, dass sich Länder einfach unterscheiden und Frankreich dafür baguettes, croissants und andere Vorzüge besitzt, aber für einen „perfekten Alltag“ hätte mir persönlich doch einiges gefehlt. Dabei auch besonders die Tatsache, dass es in der Nähe der Uni überhaupt keine richtigen Essensmöglichkeiten gab oder gemütliche Orte, an denen man in Ruhe Kaffee trinken konnte.

Manchmal ist das Schöne an einer Reise auch das nach Hause zurückkehren. So ging es mir auf jeden Fall und ich genieße es sehr, als eine selbstbewusstere, erfahrene Version meiner Selbst zurückgekommen zu sein. Ich habe viele Momente in Frankreich genossen und habe sehr viel gelernt, jedoch hat sich meine Idealvorstellung von dem Land ziemlich relativiert, an Realismus gewonnen und ich habe festgestellt, wie gerne ich in Deutschland lebe. Das sind natürlich alles äußerst subjektive Eindrücke und Beobachtungen und es spielen selbstverständlich sehr viele Faktoren mit ein. Jeder macht in seinem Auslandsjahr andere Erfahrungen, Menschen sind ja auch total unterschiedlich und ein bisschen ist es ja auch das, was man selbst daraus macht! Im Rahmen seines Studiums ins Ausland zu gehen ist meines Erachtens immer noch mit das Beste, was man überhaupt tun kann.

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Aufbruchstimmung II

Hier endet die Geschichte. Zumindest die des Auslandsjahres, der Zeit in Clermont-Ferrand. Mein Zeug ist gepackt, die Wohnung ein letztes Mal geputzt und wenn der Beitrag auf dem Blog erscheint, sitze ich gerade mit meinem Papa und seiner Freundin im Auto, auf der Fahrt Richtung Deutschland.

Ein seltsames Gefühl, diese Stadt, und somit diesen Lebensabschnitt jetzt hinter mir zu lassen. Ob ich jemals wieder hier sein werde? Die letzten Tage haben sich nur noch um die Prüfungen gedreht: die letzten drei waren nicht allzu lernintensiv, aber die Anspannung, noch „abliefern“ zu müssen, war trotzdem sehr vordergründig. Letzten Samstag habe ich einen Tagesausflug nach Lyon unternommen um etwas für meinen neuen Blog vorzubereiten und jetzt habe ich das Gefühl, mit diesem Land erstmal weitestgehend abgeschlossen zu haben. Die zwei Semester sind komplett verflogen aber ich konnte ein paar sehr schöne und wichtige Erfahrungen sammeln.

Nächsten Sonntag veröffentliche ich hier den allerletzten Beitrag, einen Epilog sozusagen. Ein seltsames Gefühl, mich von diesem Blog nach so vielen Monaten zu verabschieden – schließlich habe ich hier jeden einzelnen Sonntag etwas veröffentlicht und somit mein gesamtes Auslandsjahr dokumentiert. Aber es ist eindeutig Zeit für etwas Neues und vor allem für meine Rückkehr nach Erlangen – denn ich habe es echt echt vermisst, dort zu sein.

Was mir mein Auslandsjahr beigebracht hat

  1. Man versteht und weiß Dinge erst richtig zu schätzen, wenn man Vergleiche hat.
    Unterschiedliche Erfahrungen rücken Dinge sowas von in Perspektive. Ganz im Allgemeinen habe ich während dieses Auslandsjahres einen großen Sprung gemacht bezüglich der Beantwortung der Fragen: Was will ich überhaupt im Leben? Worauf lege ich wert? Wie möchte ich meine Zukunft gestalten?
  2. Selbstständigkeit und Wochenplanung
    Noch nie zuvor war ich so lange am Stück so sehr auf mich selbst angewiesen und ich habe es geliebt. Es brachte ein Gefühl von Stärke mit sich, meinen eigenen Alltag zu gestalten und für mich selbst organisiert sein zu müssen, ohne unbedingt auf die Hilfe oder Mitwirkung anderer ausweichen zu können.
  3. Kochen
    Ja, wie ich schon mal erwähnt habe, sieht es hier in Clermont-Ferrand nicht so super aus mit Essen bestellen oder unterwegs essen – aufgrund der Preise aber auch der sehr eingeschränkten Auswahl (vor allem für Vegetarier). Dementsprechend habe ich gelernt, zu kochen, wenn auch fast ausschließlich nach Rezepten.
  4. Über meinen Schatten zu springen (in Sachen sozial sein) aber mich auch nicht zu zwingen.
    Man, habe ich mich am Anfang des Auslandsjahres zusammengerissen und jede soziale Gelegenheit wahrgenommen. Die ersten Tage war ich wirklich bei jeder Veranstaltung und jedem Kneipenabend dabei, danach immer weniger und irgendwann hatte endlich jeder ungefähr seinen Platz gefunden. Zu schreiben, dass mir all das total Spaß gemacht hat, wäre übertrieben, aber es war auch keine schlechte Erfahrung: Ich bin wirklich über meinen eigenen Schatten gesprungen und manchmal ein bisschen raus aus meiner comfort zone. Meistens bevorzuge ich halt eher ruhigere Tage und… definitiv Tee anstatt Alkohol.
  5. Französisch
    Mit dem Lernen einer Sprache ist es ein bisschen wie mit dem Sport treiben: es verändert sich bestimmt täglich etwas aber die richtigen Effekte merkt man erst, sobald man zurückblickt und den gesamten Weg betrachtet. Ich habe mich sprachlich sehr weiterentwickelt, ein Gefühl bekommen, mein Vokabular erweitert und meine Aussprache und Satzmelodie verbessert. Noch ist ein langer Weg vor mir aber ich kann ehrlich sagen, dass ich die Sprache beherrsche, verstehe und spreche.
  6. Ich möchte in Deutschland wohnen.
    Eine Erkenntnis, die vor ein paar Jahren alles andere als naheliegend für mich war. Ich habe gelernt, Deutschland sehr zu schätzen und auch wenn ich weiterhin gerne reise, möchte ich dieses Land (Stand jetzt) am liebsten immer als zentralen Heimatpunkt behalten.
  7. Ich komme zurecht. 
    Als Mensch, der als Kind recht unsicher war und diesbezüglich manches durchgemacht hat, war es schon eine riesige Entwicklung mit 20 Jahren alleine ins Ausland zu ziehen – und dabei keine Angst zu verspüren. Es ist zwar ein komisches Gefühl, in einen Laden zu gehen und sich nach den ersten paar Sätzen als „Fremde“ zu outen – allerdings ist es auch in gewisser Hinsicht eine lustige Situation. Neulich ist mir aufgefallen, dass ich durch die ganze Sache auch an Selbstbewusstsein in Deutschland gewonnen habe – denn wenn es in Frankreich so gut klappt, dann in Deutschland ja erst recht! Und obwohl ich die letzten Jahre sehr viel an Selbstbewusstsein gewonnen habe, hat dieses Auslandsjahr alles noch zusätzlich verstärkt und gefestigt.

Wie geht es weiter?

Wie auch immer es passieren konnte, bleiben mir nur noch ein paar wenige Tage hier in Frankreich. Das Auslandsjahr neigt sich dem Ende zu, genauso wie dieser Blog demnächst abgeschlossen sein wird und mein Studium in Erlangen im Herbst weitergeht. Davor und zwischenzeitlich steht jedoch auch noch einiges an. Wie geht es also jetzt weiter?

  • Praktika
    Im Rahmen meines Studiums ist ein einmonatiges Praktikum vorgesehen. Ich habe jedoch zwei längere gefunden, die mich interessieren und auf die ich mich schon sehr freue. Das erste absolviere ich diesen Sommer im Fachbuchverlag Meramo in Nürnberg und das zweite beim Publikumsverlag Bastei Lübbe in Köln in den Semesterferien 2019.
  • Studium
    Im Herbst komme ich in mein 5. Semester und muss mir langsam aber sicher Gedanken über meine Bachelorarbeit machen. Gruselig!
  • Arbeit
    Neben dem Praktikum werde ich im Juni und Juli nebenbei beim Deutsch-Französischen Institut aushelfen, da ich die Aufgaben dort interessant finde, gerne organisiere und den Bezug zu Frankreich nicht verlieren möchte. Außerdem hoffe ich darauf, bald meinen Nebenjob in der Uni-Bibliothek wiederzubekommen und überlege, mich noch anderweitig für einen Nebenjob zu bewerben.
  • Schreiben
    Irgendwann erreichte mich die beunruhigende Erkenntnis, dass ich nach diesem Auslandsjahr ja kein „übergeordnetes“ Blogprojekt mehr habe. Das führte zu diversen Zukunftsgrübeleien und resultierte darin, dass ich nun meine erste professionelle Webseite gegründet habe namens Buch & Wort. Dort werde ich über Bücher schreiben und über die Bücherwelt bloggen!
  • Privates
    Auch privat bleibt es bei mir nicht langweilig. Ende Mai ziehe ich sehr voraussichtlich mit meinem wundervollen Freund zusammen. Außerdem führen wir immer noch neben unseren Haupttätigkeiten unseren kleinen Rezepteblog SattundGesund!

Dinge, die mir hier fehlen werden

Viel Zeit hier in Frankreich liegt inzwischen nicht mehr vor mir, genauer gesagt lediglich drei Wochen. Ich freue mich zunehmend wieder auf Deutschland! Allerdings gibt es auch das eine oder andere, das mir hier definitiv fehlen wird. Hier eine Liste mit den Kleinigkeiten, über die ich mich zurzeit im Alltag freue:

  • La baguette „tradition française“
  • die Koch-Sonntage und Spieleabende beim FEU
  • meine eigene Wohnung zu haben (auch wenn die neue Alternative, mit meinem Freund zusammenzuwohnen, noch viel besser ist!)
  • das Gefühl der Selbstständigkeit
  • auf Französisch zurechtzukommen und mich stetig zu verbessern
  • die Menschen, die ich hier kennengelernt habe
  • das milde Klima
  • aus meinem Fenster den Puy de Dôme Vulkan zu sehen
  • die schönen Sonnenuntergänge
  • in andere französische Städte zu reisen
  • die tartelettes aux pommes
  • mich auf Ferien in Deutschland zu freuen
  • an der Uni keine Hausarbeiten schreiben zu müssen
  • Prüfungen zu haben, die weniger angsteinflößend wirken
  • dass sich alle Noten am Ende des Semesters ausgleichen
  • Den schönen Ausblick vom Parc de Montjuzet
  • Die Müslis bei Bol & Bagel und Crêpes bei 1513
  • Die Serie „Dix pour cent“ auf Netflix
  • Den Hummus aus dem Simply Supermarkt

Ferienwoche II: Erlangen

Liebes Erlangen,

mittlerweile komme ich dir in schnellen Schritten immer näher. Noch bin ich aber mit einem Bein in Frankreich und besuche dich nur für eineinhalb Wochen. Der Frühling ist ausgebrochen, man kann im T-Shirt das Haus verlassen und die Straßen sehen lebendig und einladend aus. Ich genieße es, den Schlossgarten fast vor der Tür zu haben, mir bei Susi’s Fruchtoase einen Salat zu holen und bei Thalia in Büchern zu stöbern. 

Jedoch steht nicht nur Entspannung an, sondern auch einige Termine, Zahnarzt, Vorstellungsgespräche, Friseur. Lernen muss ich leider auch, da nach den Ferien fast direkt die Prüfungsphase beginnt aber schließlich ist es ja für einen guten Zweck. Ich möchte möglichst gut sein, da meine Bachelornote wichtig sein wird. 

Ich fühle mich wohl hier, in Erlangen, in Fürth, in Nürnberg, in Deutschland. Und ich freue mich riesig darauf, wieder hier zu sein. Es verändert und entwickelt sich gerade enorm viel bei mir, ich war vielleicht noch nie so glücklich und positiv aufgeregt wie zum jetzigen Zeitpunkt. Ich habe wundervolle Eltern und ihre bedingungslose Unterstützung, tolle Freunde (und lerne immer wieder neue, super sympathische Menschen kennen), bin mit meinem Traummann zusammen (mit dem ich möglicherweise in wenigen Wochen in einer wunderschönen Wohnung zusammenziehe – toi, toi, toi!), habe aufregende Ziele im Leben und ab Sommer ein Praktikum, das ein bisschen dazu beiträgt und generell einen sehr spannenden Eindruck erweckt. Was kann ich noch sagen? Ich kann mich wirklich zutiefst glücklich schätzen. 

In diesem Sinne bleibt also nichts weiteres zu sagen, liebes Erlangen, außer Danke! Danke, dass du da bist und, dass ich in dir so viel Freude finden kann. 

Wir sehen uns bald wieder!

Moni 

Ferienwoche I: Warschau

Irgendwie verrückt, dass meine gesamte Familie mütterlicherseits in einem anderen Land lebt als ich – während ich in Deutschland lebe und gerade mein Auslandsjahr in Frankreich mache, leben sie in Polen. Dort habe ich auch die meisten Sommerferien meines Lebens verbracht, nach meinem Abi ein Jahr dort gelebt und es kommt einem undefinierbaren Gefühl von „Heimat“ sehr nah – auch wenn ich mir ein Leben dort nicht mehr vorstellen kann. Ja, es ist eher ein Gefühl von: Hier bin ich dauerhaft Kind, wobei ich zu jedem Besuch ein kleines Stückchen mehr als Erwachsene wahrgenommen werde. Es ist auch die Tatsache, wie viel Wert auf Wärme, Zusammenhalt und Zuneigung gelegt wird, die diesen Ort so besonders für mich macht. Ich fühle mich wohl in den Straßen Warschaus, in der winzigen, vertrauten Wohnung meiner Großeltern aus der man den Kulturpalast sieht, und ich verbringe gerne Zeit mit meiner Mama, die ich seltener sehe als es mir lieb ist. Ich freue mich schon, wenn ich am Flughafen polnische Stimmen höre und weiß, dass ich ein bisschen dazugehöre, aber eben nur ab und zu.

Vorgestern bin ich zwar schon wieder weitergereist, nach Erlangen, aber die zehn Tage in Polen vereinten unter anderem: Zeit mit meiner Familie, Theater, Essen gehen, Kino, einkaufen, Buchläden besuchen, mit meiner Mama zu ihrem Karatetraining gehen, polnisches Essen essen, Polnisch sprechen, baden (endlich wieder eine Badewanne!), lesen und einfach mal entspannen. Ich habe es sehr genossen und hoffe, so bald wie möglich wieder dort zu sein.

Nächsten Sonntag schreibe ich einen neuen Brief an Erlangen, und danach beginnt auch schon der Endspurt meines Auslandsjahres in Frankreich!